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Rubriken: Tipp - Reiseziele: Indonesien

Ein TCA-Mitglied lebt in Jakarta, wir haben ihn um aktuelle Infos über Indonesien gebe-ten (Ende Nov.2000).

Politisch ist's momentan kein Honiglecken; es geht drunter und drüber. Die Leute an der Macht sind extrem inkompetent und der Rufe nach der Ablöse des Präsidenten Wahid (der übrigens kaum weniger korrupt ist als Soharto) werden lauter. Wahid antwortet "Wenn ich abgelöst werden sollte, dann brennt Indonesien!" - und er meint sicher nicht die berüchtigten Waldbrände auf Sumatra...

Der amerikanische Botschafter wagte es vor kurzem, seine negative Meinung über die indonesische Regierung zu äußern (im Prinzip das, was jeder denkt, aber keiner auszu-sprechen wagt). Seither ist er der geächtete und best bewachteste Mann Indonesiens. Die amerikanische Botschaft ist seit 2 Wochen geschlossen, da sie täglich Bombendro-hungen erhält.

Daß bei diesen Rahmenbedingungen der erwartete Wirtschaftaufschwung ausbleibt, ist klar und die meisten ausländischen Firmen sind demoralisiert. In Europa wird Indonesi-en in den Medien bewusst schlecht dargestellt und kritisiert, um die indonesischen Poli-tiker unter Druck zu setzen. Ob's was bringt? Das soll aber kein Grund sein, momentan nicht nach Indonesien zu reisen.

Ich würde es derzeit als relativ sicher einstufen, nach Indonesien zu reisen. Außer in Bali sieht man nicht sehr viele Touristen, hier in Jakarta so gut wie gar keine. Viele De-stinationen sind momentan sehr schwierig mit öffentlichen Verkehrsmitteln zu erreichen. So wurde vor kurzem die Fähr-verbindung zwischen Sum-bawa und Flores über Komodo eingestellt. Wer nach Komodo will, ist derzeit auf Tour Operators angewiesen und die sind nicht billig!.

Auch Flugverbindungen werden laufend eingestellt, allerdings kommen neue Fluglinien dazu, wie beispielsweise die AW-Air, an der Präsident Wahid Mitgründer und Miteigen-tümer ist oder die Pelita-Air. Momentan fliegen diese nur wenige Routen, aber fast täg-lich kommen neue

Destinationen dazu. Diese Linien sind ca. 25% billiger als Garuda und ein kleiner Preis-krieg hat begonnen.

Absolutes No-go sind die Molukken, momentan kommt man gar nicht hin. In Irian Jaya ist auch die Unabhängigkeitsbewegung sehr aktiv; zur Zeit (Ende Nov.) darf man noch hin, aber das kann sich stündlich ändern. Die Provinz Aceh in Nord-Sumatra ist auch nicht gemütlich (muslimische Extremisten), aber zumindest erreichbar. In Jakarta gibt's zunehmend Überfälle auf Nachtlokale, die von Weißen frequentiert werden. Das wird nach dem Ramadan sicher wieder besser.

Jakarta selbst ist auch touristisch gesehen nicht der schönste Platz Indonesiens, aber die Umgebung ist doch sehenswert. Wer für ein paar Tage in der Hauptstadt strandet Die vorgelagerten "Tausend Inseln" sind gar nicht so übel für den Wassersport! Es sind natürlich nicht die Malediven, aber es ist angenehm zum Tauchen und man sieht nicht wenig. Ein Riff ist besonders erwähnenswert Es liegt vor Sohartos ehemaliger Privatin-sel und ist fast unzerstört, da sich dort wegen der Marine-Bewachung niemand mit Dy-namit zu fischen getraute. Unter der Woche sind die Ressorts auf den Inseln komplett leer und man kann relativ billig auf seiner "eigenen" Insel entspannen.

Meine Lieblingsgegend ist die Umgebung von Bandung bis hin zur Stadt Garut. Da gibt's endlose Teeplantagen, dazwischen malerische Vulkankegel mit schönen Kraterseen, die Landwirtschaft zaubert geometrische Muster zwischen die Berge. Auch hier gilt un-ter der Woche ein einsames Paradies; am Wochenende eher überlaufen, aber wenn man eigenen Transport hat, kann man dem sehr gut entkommen.

Außerhalb Jakartas ist das Land billig zu bereisen. Die Preise liegen weit unter den in Reiseführern angegebenen Preisen! - Gernot-

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Thursday, 17. May 2012