Traveller Club Austria

Steile Erlebnisse in Thailand & Kambodscha

Rubriken: Tipp - Reiseziele: Thailand

Am 14. November 1999 war es endlich soweit: Brigitte und ich hoben an diesem grauen, kalten Sonntag ab in Richtung Süden. Nach einem kurzen Stop in Singapur erreichten wir drei Tage später Bangkok. Dort überwältigten uns zauberhafte Tempel, vor allem der Wat Phra Keo, bunte Märkte, Menschenmassen, Hitze und eine Verkehrshölle mit Lärm und blauschwarzem Dampf.

Weiter ging es über Kanchanaburi am River Kwae, den Erawan Nationalpark mit seinen spektakulären Waserfällen und Sangkhlaburi zum Three Pagodas Pass an der burmesischen Grenze.

Zurück über Bangkok machten wir uns auf den Weg in den Norden. Der erste Zwischenstop war in der alten Königshauptstadt Ayuthaya, von der heute nur mehr Ruinen übrig sind. Unser nächster Aufenthalt war bei den historischen Parks von Sukhothai und Si Satchanalai.

Mit dem nächsten Nachtzug erreichten wir schließlich Chiang Mai. Dort bewunderten wir zuerst die Tempel, den Doi Suthep und die umliegenden Orchideenfarmen und Elefanten Camps. Dann machten wir einen Ausflug nach Chiang Rai und ins Goldene Dreieck.

Natürlich durfte auch die obligate Trekkingtour in den Dschungel nicht fehlen. Am spektakulärsten daran waren aber nicht die gebotenen Attraktionen wie HilltribeDörfer mit Opiumhöhle, Elefantenritt und Rafting, sondern die Rückfahrt. Nach drei Tagen Regen waren die unbefestigten Strassen so grundlos, daß es unseren Bus nur so durch die Gegend schleuderte, daß es eine helle Freude war. Schließlich kehren wir wieder heil nach Chiang Mai zurück.Anschließend fuhren wir mit Bahn und Bus nach Nordostthailand. Unser nächstes Standquartier war Nong Khai. Von dort machten wir Abstecher zum Figurenpark von Sala Kaew Ku, zum historischen Park von Phra Phuttabaat Bua Bok bei Ban Pheu und für eine Tag sogar nach Vientiane in Laos. Letzteres lohnte sich nicht wirklich, da man für das Visum nach Laos US$ 30,00 bezahlen muß, egal ob man einen oder 15 Tage lang dort bleibt.

Dann ging es wieder nach Süden. Unser nächstes Ziel war der Khao Yai Nationalpark. Dort gab es Urwälder, Wasserfälle, eine Höhle mit Millionen von kleinen Fledermäusen und viele wilde Tiere, die leider alle sehr scheu waren. Trotz Nachtsafari ließen sich nur ein paar wilde Affen blicken.

Als nächstes hatte ich mich von Brigitte überreden lassen, mit ihr nach Angkor Wat in Kambodscha zu fahren. Dieser Ausflug war Abenteuer pur. Die Fahrt auf dem Landweg war eine Katastrophe. Acht Stunden reine Fahrzeit von Aranyaprathet an der thailändischen Grenze bis Siem Riap. Und das auch nur, wenn es keine gröberen Zwischenfälle gab. Es war einfach unvorstellbar, daß es keine Straßen gab, nicht einmal Pisten. Die Fahrwege bestanden nur aus Löchern. Die Brücken über die zahlreichen Wasserarme waren fast nicht mehr vorhanden. Auf der Hinfahrt hatten wir einen Reifenplatzer, am Rückweg drei Stunden Aufenthalt durch einen Kleinlaster, der bei einer völlig zerstörten Brücke eingebrochen war. Aber Angkor Wat selbst und die umliegende Anlage mit an die 40 Tempeln waren faszinierend. Somit hatte sich die ganze Strapaze doch gelohnt.

Nach fünf Wochen Rundreise kreuz und quer durch Thailand mit zwei Abstechern in die Nachbarländer in einem Höllentempo, in dem mich Brigitte durch die Gegend jagte, kamen wir am 20. Dezember 1999 endlich am Strand der von mir langersehnten traumhaften Insel Ko Chang an. Dort hatten wir vereinbart, Weihnachten zu verbringen. Doch am nächsten Tag erklärte mir Brigitte, daß es ihr hier zu langweilig war und daß sie sofort nach Südthailand weiterfahren wollte. Ich nahm die Gelegenheit zur längst überfälligen Trennung wahr und ließ sie ziehen. Wir hatten einfach nicht zusammengepaßt. Ich lernte ein paar nette Amerikaner kennen und verbrachte mit ihnen die Weihnachtsfeiertage.

Nach einer Woche Badeaufenthalt in Ko Chang fuhr ich auch noch nach Südthailand. Dort nahm ich an einem zehntägigen Retreat im buddhistischen Kloster Suan Mokkh teil. Das war eine interessante Erfahrung, wenn auch eine harte Zeit: den ganzen Tag meditieren, nichts reden und auf einer Betonpritsche schlafen. Ich hatte so steile Erlebnisse beim Meditieren, daß ich am Ende fast ausflippte. So ließ ich das Meditieren nach dem Retreat bleiben, weil es mir Angst machte.

Die letzten Tage in Thailand verbrachte ich im Süden in Krabi an der Andamanensee. Dort gab es paradiesische Strände und Inseln mit bizarren Felsformationen. Ich bedauerte, nicht noch länger Zeit für Südthailand zu haben und Abschied nehmen zu müssen. Andererseits freute ich mich doch schon auf Australien und die anderen Länder, die noch vor mir lagen. So verließ ich Thailand am 15. Jänner 2000 in Richtung Sydney.

Barbara Marischler

(Der TCADiavortrag zu dieser Reise wird am 4. Dezember 2000 um 19 Uhr im AAI, AfroAsiatischen Institut, Türkenstraße 3, 1090 Wien, stattfinden.)

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Wednesday, 08. February 2012