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Auf nach Laos (2005)

Rubriken: Tipp - Reiseziele: Laos

Laos 2005
Wer mal eine Bootsfahrt auf dem Mekong machen will, der reist am besten in Thailand nach Chiang Khong im Nordosten des Landes. Dort geht’s mit dem TukTuk um 20 Baht zur Grenze. Der laotische Grenzposten ist dann auf der anderen Seite des Flusses. Dort kann man dann auch gleich Geld wechseln. US$ 1 entspricht ungefähr 10.000 Kip. Große Taschen sind also vom Vorteil. Dann geht’s auch gleich zum Ticketschalter – ein im Freien aufgestellter Tisch. Da wählt man dann zwischen Slowboat oder Speedboat. Natürlich nimmt man Slowboat. Wer hier her kommt um mit dem Schnellboot zu fahren hat einen ausgeprägten Hang zum Masochismus und eine nicht zu unterdrückende Nähe zum Suizid. Warum, erkennt ihr dann am Fluss, wenn euch die Schnellboote um die Ohren fahren.
Die Strecke nach Luang Prabang dauert 2 Tage. Der Mekong ist hier reich an Felsufern und Felsen im Fluss. Nur gute Bootsführer bringen ihr Boot heil hinunter. Selbstverständlich wird vor der Dunkelheit in einem Kaff angelegt, das wohl nur aus diesem Grund besteht. Wer hier Komfort sucht, sucht wohl vergeblich. Aber es geht fa um die Schiffsreise. Also kann man schon mal so eine Nacht ertragen. In der Früh geht es weiter. Immer wieder bleibt das Boot mal stehen, um ein paar Ratten oder anderes Essbares von den Leuten am einzukaufen. Klar, dass die Käufer nur unter der Bootsbesatzung zu finden sind. Weiter geht’s zwischen Felsriffen und Steilufern dahin. Trotzdem wird einem nicht langweilig. Die Gegend wechselt häufig, es gibt immer was zu sehen.
Am Ende des Tages in Luang Prabang angekommen, sucht man ein Guesthouse. Günstig muss es schon sein, ich möchte ja möglichst lange reisen mit dem kleinen Budget, das zur Verfügung steht. Etwas abseits gibt’s dann auch brauchbare Unterkünfte um $ 5 aufwärts. Die Stadt ist UNESCO Weltkulturerbe. Es gibt eine Menge Klöster und Tempel, aber was daran so außergewöhnlich sein soll, blieb mir verborgen. Dafür ist die ganze Stadt Touristennepp. Die Hauptstrasse wird abends zum Nachtmarkt, nett anzusehen, da die Laoten keinesfalls aufdringlich sind. Sonst gibt’s auf der Straße jede Menge Lokale, die alle Arten von Speisen anbieten und kaum billiger sind als Europa. Da weicht man schon mal auf die Strassenküchen aus. NEVER EAT MEAT ON THE STREET – iss kein Fleisch auf der Straße – ein gut gemeinter hygienischer Rat von 2 Israelinnen habe ich meist befolgt. Andere würden dies tun, weil sie nicht sicher sind, ob das Fleisch vorher nicht bellte oder miaute.
Im Reiseführer steht was von einer Höhle mit tausenden Buddhastatuen auf der anderen Seite des Mekong. Dann also ein Boot gechartert und über den Fluss. Dort den ersten Tempel besichtigt, natürlich erst nachdem wieder mal Eintritt bezahlt wurde, wie überall in Luang Prabang. Die Ruine war schnell abgehakt. Dann also zum nächsten, auch Eintritt. Die abseits gelegene Höhle war versperrt. Also zurück zum Ticketschalter, dort bekomme ich einen kleinen Jungen mit. Der sperrt die Höhle auf und führt mich zu 3 völlig verrotteten Holzstücken und sagt BUDDHA. Dabei stammt der Reiseführer aus dem Jahr 2003. Auch Elefantenritte sind dort zu buchen. Rafting, Kajak, Trekking, alles im Programm.
Also nichts wie raus aus dieser Stadt – nach Luang Namtha dachte ich. Dort kann man Kulturtrekking machen. Also auf der kaputten Straße im kaputten Bus 9 Stunden dahinrattern. Angekommen, erst mal ein Zimmer in der Dunkelheit gesucht. Am nächsten Tag geht’s mit einem Hotelguide in die Umgebung. Durch einige Dörfer der Umgebung, durch Reisfelder, über Pfade. Idylle kommt keine auf, die Menschen tragen keine Trachten, sie leben mit ihren frei umherlaufenden Haustieren im Dreck. So sehen sie auch aus. Nebenbei gibt’s noch eine Reisschnapsdestillerie. Kostprobe gefällig? Verkauft wird er dann in 30 Liter Kanistern. Da kommt man dann schon einige Zeit aus.
Nachdem Kulturtrekking zurück nach Luang Prabang und gleich weiter nach Phone Savan zu den Tonkrügen. Wieder eine endlose Fahrt durch Berge. Endlich öffnet sich das Land zur Ebene der Tonkrüge. Wieder gleich am nächsten Tag zu den verschiedenen Stellen, an denen die Krüge in der Landschaft stehen. Eindrucksvoll, dass die alles überlebten, auch den Vietnamkrieg. Das Gebiet wurde von den Amerikanern heftig bombardiert und mit Agent Orange bedacht. Sieht heute noch kahl und orange aus. Nach all der Kultur fahre ich dann fast nach Vientiane, aber nur fast. Ein paar Stunden vorher ausgestiegen, befindet man sich in Vang Vieng. Das ist ein Touristendorf und sonst nichts. Auch hier kann man Trekking, Kajak, Rafting, Tubing und Höhlenbesichtigungen buchen. Oder man tut was viele hier tun. NICHTS. Einfach abhängen, relaxen, im Lokal herumsitzen. Nach all den Busreisen durchgeschüttelt, tut das Nichtstun absolut gut. Ganz ohne Betätigung kann ich aber dann doch nicht sein und mache eine Höhlentour. 4 Höhlen sollen es sein. Die erste ist 10 Meter tief und hat eine große Buddhastatue. Die 2. führt ins Wasser, also Badehose mitnehmen, man kann sich drinnen umziehen. Anzuraten ist auch eine eigene Stirnlampe. Die Lampen des Guides hatten eine kaputte Birne und die andere hatte einen Wackelkontakt der in der Höhle zum Totalausfall mutierte. Dann noch die nächste Höhle, diesmal mit wenigstens einer funktionierenden Lampe. Die letzte war dann mit Autoreifen zu befahren. Also rein ins kalte Wasser und kräftig strampeln. Hätte ich doch nur das getan was alle anderen tun – NICHTS.
Irgendwann, viel zu früh geht’s dann doch noch weiter nach Vientiane, der Hauptstadt Laos. Ich habe noch nie so eine verschlafene Stadt gesehen. Kein Verkehr, kein Stress beim Strassenüberqueren, keine Autos, kaum Mopeds. Auch die Sehenswürdigkeiten halten sich in Grenzen. Versperrte Tempel, alle im Umkreis zu Fuß zu besuchen. Die Freundschaftsbrücke muss man nicht gesehen haben, es ist eine moderne Betonbrücke mit jeder Menge Brückenpfeilern. Auch den Buddhapark außerhalb der Stadt kann man sich ersparen, Skulpturen aus Beton, dunkelgrau und wild durcheinander.
Die Freundschaftsbrücke bietet die Gelegenheit, Laos hier Richtung Thailand zu verlassen. Man versäumt aber Wesentliches. Also ab durch die südlicheren Provinzen bis ins Gebiet der 4000 Inseln an der Grenze zu Kambotscha. Dort sucht man sich dann eine Insel aus. Don Det ist eine Insel mit lauter Bambushütten und noch ohne Elektrizität. 2007 Soll sich zweiteres aber ändern. Da kann man das gleiche tun wie in Vang Vieng – NICHTS. Oder man leiht sich ein Fahrrad aus und fährt Richtung Nachbarinsel – Don Khong. Dort zahlt man wieder Eintritt. Dann geht’s Richtung Wasserfall. Der Mekong stürzt vor der kambotschanischen Grenze 16 Meter in die Tiefe. Der große Wasserfall muss allerdings mittels Tour gebucht werden. Dann geht’s zurück zu Pier und mit dem Taxi ein Stück flussabwärts. Dort kann man dann auf den Felsen herumklettern und die verlassenen Fischreusen sehen. Sonst bleibt nur mehr, in den Lokalen abzuhängen und einfach in der Hängematte zu liegen und die Zeit verstreichen zu lassen.
Einmal hier, bietet sich ein dauerhafter Grenzübertritt nach Kambotscha an. Auch das kann man auf der Insel buchen.

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Wednesday, 23. May 2012