Traveller Club Austria

Individualreisen durch den Jemen, Meine Freundin und ich reisten vom 11.02.-05.03.2001 mit Öffis durch den Jemen.

Rubriken: Tipp - Reiseziele: Jemen

Derzeit gibt es in Jemen auf verschiedenen Strecken Straßensperren, an denen zumeist Permits (Dashrias) verlangt werden. Solche muss man zwei Tage vorher bei Polizeidienststellen beantragen. Auf diesen ist das Kennzeichen des Transportmittel zu vermerken. Es wird darauf hin gearbeitet, dass Touristen, die kein Pauschalreiseprogramm gebucht haben, in Jemen über eine Reiseagentur ein Fahrzeug mit Fahrer mieten (je nach Verhandlungsgeschick $ 40 - 70.- / Tag). Diese besorgen dann die Genehmigungen.

Auf gut Glück kann es gelingen gewisse Strecken (z.B. San´a - Aden) im Bus oder Sammeltaxi ohne Permit zurückzulegen. Es kann dann aber bei der Rückreise Schwierigkeiten geben (man wird zurückgeschickt und müsste die Strecke fliegen). Frauen haben den Vorteil, dass Sie sich verschleiern können und so die meisten Strecken unerkannt reisen können.

Zunächst besteht besteht das Problem aber darin, ohne Permitaus der Hauptstadt San´a herauszukommen...

Gewisse Strecken (nördlich von San´a; Strecke San´a - Marib - Hadramaut; Al Mukalla - Aden oder Al Mukalla - Al Bayda - Rada - Dhamar) sind nur mit Schutzbegleitung zu bereisen. Das heißt, egal wie man reist, man hat einen oder mehrere Polizisten mit Kalaschnikovs mit sich. Insgesamt betragen durchschnittlichen Kosten für eine solche Begleitung ATS 500.- (z.B. in einer dreiwöchigen Reise) für Trinkgeld.

Kontrollen gab es verstärkt durch die am 20.02. abgehaltenen Kommunalwahlen, bei welchen es zu Morden kam.

Die behördliche Strenge ergibt sich aus der von "Beduinen" angekündigte Entführungsabsicht von Touristen. Wobei man sagen kann, dass man den Fall einer Entführung durch Beduinen diese ruhig genießen sollte, da man von diesen bestens umsorgt würde. Dies war auch jüngst aus einem Zeitungsbericht der Yemen Times zu entnehmen. Entführte Touristen wurden mit Kaffee und Kuchen bewirtet.

Insbesondere die Strecke Marib nach Hadramaut kann teuer werden, da man meint, Touristen "durch die Wüste" und durchs Beduinengebiet kutschieren zu müssen. Dabei gibt es auf dieser Strecke eine wirklich gut ausgebaute Straße und man spart sich dadurch $ 200.- pro Fahrzeug ("Beduinenabgabe")

Möglich ist auch der Flug nach Hadramaut um $ 60.-, im Hadra-maut selbst ist die Lage entspannt und man kann ohne Straßensperren oder Permits reisen.

Ins Land nimmt man am besten $ 100.- Noten mit, da kleinere Scheine einen beträchtlich niedrigeren Kurs erzielen. Kreditkarten kann man weitgehend vergessen und Reiseschecks nicht empfehlen.

Zum Trinken sind die Vierliterkanister mit Wasser zu empfehlen, die man in jedem Shop gegen Pfand bekommt. Dies ist wesentlich billiger als die ¾ Liter-Wegwerfmineralwasser-flaschen.

Tauchmöglichkeiten gibt es in al Mukalla (Hadramaut Hotel) und manchmal, so wieder im Mai 2001, in al Khukha (Mukha Marine Hotel, Tel: 03/360771 Fax:01/276712).

Nach unserer subjektiven Meinung Orte zum weiterempfehlen: Hadramaut, al Mukalla, Ibb, Ta´ziz, al Hajjara;

Nicht zum weiterempfehlen: Rada, Bait al -Faqih, Bir Ali (dieser Strand bringt nur für eine Stunde was), Hammam Damt;

Beachtet , dass das einzige Hotel in Sif verfloht, überteuert (ATS 300.- für Doppelzimmer auf Matratze) und mit superunfreundlichen Burschen bestückt ist.

Insgesamt bemerkt wohl jeder bei einer Reise durch den Jemen, dass dies ein wunderschönes Land ist. Die Reisedauer kann sich unserer Meinung nach auf rund 3 Wochen beschränken, da man - anders als in großflächigeren Ländern - schnell sehr viel sieht und erlebt.

Schöne Traveller-Grüße von

Gerald Wohlmuth

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Saturday, 10. January 2009

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