Die Giovanninis in Australien (5), Vom Topend: Darwin zum West End: Broome
(1. Oktober - 7. November 1999) Wenn ich mich abtrocknen kann, bevor ich in den Pool gesprungen bin. Wenn sich die Kinder den Kopf verbrennen, wenn sie bei der Dusche das "Kaltwasser" auf-drehen. Wenn ein dreiteiliger Anzug aus Singlet, Short und Schlapfen besteht, dann befinden wir uns zur heissesten Jahreszeit in der heissesten Gegend Austra-liens, im Norden der Northern Terretories.
Wir hätten wohl den Reiseführer genauer studieren sollen. Be-ruhigt, es vor der Regenzeit zu schaffen, haben wir das "Klein-gedruckte" übersehen: Die Zeit vor den Monsunregen, die neben den Überschwemmungen etwas Abkühlung bringen, heißt "build up". Temperaturen und Luft-feuchtigkeit steigen, in der Nacht keine Abkühlung, die Aktivität von Moskitos und anderen Insekten nimmt stark zu, lesen wir schwitzend. Wir können es bestätigen.
Die windstillen Nächte im aufgeheizten Caravan sind nicht lustig. Die Laune aller Reiseteilnehmer sinkt merklich, gereizte Stimmung an Bord! Besonders die Kinder schlafen schlecht und würden am liebsten nach Hause fahren. Die Wasserfälle und Wasserlöcher im netten Litchfield Nationalpark bieten Abkühlung, ein erster anständiger Gewitterguss leitet die Regenzeit ein. Ausgerechnet heute vergessen wir, das grösste Fenster des Caravans zu schliessen. Jetzt wissen wir, dass es wasserdicht ist - von innen nach aussen, beim Öffnen der Tür kommt uns ein Wasserschwall entgegen. Na fein!
Um die Pracht des Kakadu Nationalpark wird viel Wasser gemacht, am Ende der Trockenzeit fehlt aber genau dieses in weiten Teilen der Land-schaft. Wir glau-ben, es liegt aber nicht nur daran, dass wir hier ein bisschen enttäuscht sind. Unsere Erwartun-gen waren aufgrund der Tourismus-Propaganda einfach zu hoch ge-steckt.Wer kennt da-gegen schon Timber Creek - auf einer Brücke über einen tropisch umrahmten Bach werden abends die harmlo-sen Süsswasserkrokodile gefüttert - oder den Keep River National-park, der direkt an der Grenze zu Western Australia liegt. Hier fin-den wir völlig überraschend herr-lich bizarre Felsformationen, die an die "Schlumpfhäuser" in Kap-padokien erinnern.
Viele Australier haben gemeint, Westaustralien werde uns am besten gefallen. Wir strengen uns an, den Weissagungen Folge zu leisten, aber das Wetter macht es uns schwer. Der Schweiss rinnt in Strömen, die Landschaft ver-steckt sich hinter dichten Dunst-schwaden und am See in dem im-mergrünen Städtchen Kununur-ra finden wir unter einem grossen Baum einen angenehmen Cara-vanparkplatz. Vor allem, weil der Swimming Pool nur 8.5 m entfernt ist! Und der Nachbar-baum voller reifer Mangos strotzt, die Idealbeilage zu unse-ren morgendlichen Cornflakes.
Die Ernte erfolgt nicht immer unfallfrei, schuld sind die - uns nicht unbekannten - grünen Baumameisen. Zwar hat uns ein Freund via e-mail versichert, dass die grünen Leiber dieser Kerb-tiere essbar sind, gar wohltuend mit Limonengeschmack. Doch die grosse Grüne ist schneller im Zubeissen als sie vom Mango-baum geschüttelt wird und Darios Augenlid kostet. Der arme Bub rennt drei Tage mit einem ge-schwollenen Aug' herum, die Ameise entkommt. Diesem bös-artigen Vieh hätte ich doch glatt in den Hintern gebissen!
Wyndham könnte man von der Landkarte streichen, einzige Ret-tung ist wohl die Tatsache, dass das Kaff die Hauptstadt von einem der grössten Distrikte des Landes ist. Wir besuchen die lokale Krokodilfarm, die sich be-scheiden als die beste der Welt anpreist, und lernen weiter über australisches Weltniveau: drei lieblose Betonovale, ein paar Ein-zelheiten, zu den Jungtieren kein Zutritt. Da jeder sicher nur ein-mal kommt, muss der Eintritts-preis entsprechend hoch sein. Den einzigen Höhepunkt erleben wir nur, weil wir die Sperrstunde einfach ignorieren: die Fütterung der Komodo-Warane. Die Rie-senechsen machen Riesenein-druck auf die Kinder, vor allem dank ihrer schlechten Tisch-manieren ...
Die Zeit drängt, der Regen naht und die berühmte Gibb River Road kann bald unter Wasser stehen. Links und rechts dieser rauhen Vietriebroute liegen tolle Schluchten, Wasserfälle, warme Quellen und einiges mehr ver-borgen. Wir erforschen das Ge-biet der El Questro Station, die sich als "a million acre Wilder-ness Park" beschreibt und uns tatsächlich Tolles bietet. Die Kinder jubeln über lange, bis zu einen Meter tiefe Flussdurch-querungen im Krusi, wir er-freuen uns an der Wanderung in die El Questro Gorge. 100 m hoch, nur 8 m breit und ein Regenwald, dessen Existenz in dieser Gegend bis vor kurzem unbekannt war.
Der Höhepunkt - ein Bad im Becken unter einem kleinen Wasserfall - wird für Gaby zur Begegnung der überraschenden Art: Sie teilt die Wasserfreuden mit einer etwa 1 m langen Goanna, einer Eidechse, die in die Enge getrieben, auch aggres-siv wird. Die Klügere gibt nach, das Reptil erhält seine Bade-wanne zurück. Das ist der Auftakt zu einer Reihe von enge-ren Begegnungen mit der austra-lischen Tierwelt. Dario stolpert noch im gleichen Gebiet beinahe über eine grüne Baumschlange (wie wir später nachlesen, eine nur wenig giftige Gattung). Zwei Tage später, inzwischen in den Bungle Bungles angekommen, schaut uns eine etwa hand-tellergrosse Jagdspinne beim Kochen über die Schulter (stra-tegisch günstig auf einem Koch-topf postiert). Ich deponiere das possierliche Tierchen in weiterer Entfernung, doch die "Familie" hat uns liebgewonnen: Am näch-sten Morgen klettert der grosse Bruder aus Chiaras Wander-schuh. Diesen hält gerade Gaby in der Hand. Ein Schrei, ein Wurf, eine flüchtende Spinne.
Die "Bungles" mit ihren etwa 350 Millionen Jahre alten bienenkorb-ähnlichen Gesteinsformation, ge-hören zu den beeindruckendsten Landschaften, die ich je gesehen habe - besonders vom Helikopter aus betrachtet, dessen Türlosig-keit eine besondere Nähe zum Erdboden vermittelt. Über-raschenderweise gefällt dieser Flug auch den Kindern, Dario möchte nunmehr Hubschauber-pilot werden. Ohne Tür versteht sich.
Auf der geteerten Hauptstrasse geht es rund um das Kimberly-Gebiet und dann von Westen wieder hinein in die Gibb River Road. Herrliches Badewetter in der Bell Gorge. Weil dieser Was-serlauf von einer Quelle gespeist wird, gibt es hier auch frisch plätscherndes Wasserfallwasser. Die anderen Schluchten und Wasserlöcher, die wir aufsuchen, sind öd und leer und ausge-trocknet. Der grosse Regen nach den trockenen Monaten ist bloss noch eine Frage von Tagen ... Einzig die Fliegen scheinen ganau auf uns gewartet zu haben. Wir sind umschwärmt wie noch nie! Die Flucht in die triste Distrikthauptstadt Derby gelingt. Wir sind die Fliegen los. Dafür überfallen uns eine Horde Sand-flies zu nächtlicher Stunde. Die Bisse dieser winzigen Biester spürt man erst nach einiger Zeit, dafür jucken sie umso länger ... Die Kinder sehen mit ihren roten Punkten an den Beinen beängsti-gend aus, es ist ziemlich schwierig, ihnen klar zu machen, dass sie auf keinen Fall kratzen dürfen. Bei Chiara geht das nicht ohne Tränen ab ...
Derby hat eine Affenbrotbaum-allee als Hauptstrasse.
Derby hat eine auf irrwitzig hohen Stelzen gebaute Bootsan-legestelle. Vor uns nichts als grauer Schlamm, links und rechts grauer Schlamm. Unter uns ebenfalls. Die Stadt ist also quasi im Schlammasel. Bei Flut kommt das Meer elf Meter höher - der Ort rühmt sich, die höchste Tide der südlichen Hemisphäre zu haben. Nur irgendeine Bay in Kanada macht einen Strich durch ein weiteres "Worlds highest!". Derby hat die waagrechten Wasserfälle. Gottseidank, gibt es also doch etwas Einzigartiges! Wenn die Tide rasant zurückgeht, bleibt in zwei grossen Buchten mit schmalem Meereszugang ein bis zu drei Meter höherer Wasser-stand - weisse Gischt rast zwischen den roten Felsen in die offene See hinaus. Zu besichtigen nur aus der Luft (die Idee, hier durchzuraften ist über den Vor-satz noch nicht hinausgekom-men ...). Wirklich ein toller An-blick vom kleine Flugzeug - aber den Helikopterflug habe ich bes-ser vertragen. Details erspare ich mir.
Derby - nichts hält uns mehr hier, also auf nach Broome.
Was Cairns im tropischen Queensland, ist Broome in nördlichen Westaustralien: Treff-punkt für Touristen, Traveller und Glücksritter aus aller Welt. Aber Broome ist anders: ent-spannt statt überspannt, ohne Krokodile, dafür mit Kamelen auf Traumstränden. Ohne Stadtho-tels, aber mit jeder Menge ver-streuter Beachresorts.
Kurz, Broome muss der magische Ort sein, den wir in den letzten Monaten gesucht haben. Und das Wetter meint es auch gut mit uns, kein Regen und kühle Nächte, was will man mehr? Heisse Tage, heute mit knapp 40 ° C, sind aber Normalzustand. Unser Camping-platz, gleich hinter den Dünen am weissen Cable Beach mit dem türkisblauen Meer ist nun schon längere Zeit unsere Heimat. Wer weiss, wie lange noch?
Seit Broome fühlen wir uns endlich so richtig frei! Seit Monaten hat das Wetter unseren Zeitplan diktiert, besonders den tropischen Norden mussten wir vor dem Einbruch der Regenzeit durchqueren. Andernfalls wären die Hitze und Luftfeuchtigkeit für uns und besonders die Kinder unerträglich geworden. Ganz zu schweigen von den überfluteten Straßen, die manch lohnendes Ziel unerreichbar machen. Über all dem hing die Gefahr des Wirbelsturms, eine Windgattung,die mit Vorliebe Caravans Zertrüm-mert, die im Weg stehen.Seit Broome genießen wir nun die Ent-scheidungs-möglich-keiten in so wesent-lichen Fragen wie "Fahren wir weiter oder bleiben wir noch?" Wer mehrere Monate Zeit hat, für den kann es keinen festen Zeitplan geben, finden wir. Wo wir uns wohlfühlen und die Kinder neue Freunde gefunden haben, verweilen wir, bis uns die Sohlen jucken, um Neues zu entdecken. Die größte Gefahr unserer Frei-heit für ein Jahr liegt darin, sich im tropischen Nirgendwo zu ver-lieren...
Und da sind wir auch schon bei der anderen wichtigen Ent-scheidung, die wir ab Broome treffen können: "Wohin fahren wir?"
Die Strecke durch den Norden Australiens ist vor allem durch unser Schneckenhaus am Buckel auf das einzige Asphaltband beschränkt gewesen. Je weiter wir nun in den Süden vordringen, umso verzweigter wird das Straßennetz. Links, rechts, geradeaus fahren oder am Straßenrand stehenblieben und verweilen, weil es gerade so schön ist. Gespräche mit anderen Travellern, simple Intuition und der optische Eindruck: "Dort schaut's schön aus, dort wollen wir hin!" tragen zunehmend mehr zur Routenwahl bei als ein Zeit-plan und die Streckenlänge.
Diese herrliche Qual der Wahl genießen wir nun jeden Tag und wir lassen uns bei so manchen Weggabelungen vom Gefühl der "echten Reise-Freiheit" davon-tragen - wenn wir fahren; heute, morgen oder übermorgen ...
Exmouth, November 1999
Bäume gibt es hier keine mehr. In der Ortschaft stehen nur ein-stöckige Häuser, hie und da liegt Schutt herum. Im März zog der Zyklon Vance mit rund 300 km/h über den Ort. Reste der Ver-wüstung sieht man noch und die neue Wirbelsturmsaison steh bald ins Haus.
Unbeschadet von solchen Dingen liegt das Ningaloo-Riff direkt vor der Küste - es ist das einzige nen-nenswerte Korallenriff an der Westküste eines Kontinents und auch sonst recht bemerkenswert.
Tourquoise Beach heisst der Strand zum Schnorcheln. Das Wasser hat die Farbe, die der Name verspricht, der Strand ist schneeweiss und in 10 Meter Ent-fernung tummeln sich bunte Fische zwischen den schönsten Korallenformationen. Leider gibt es weder Palmen noch andere schattenspendende Bäume - und den ganzen Tag kann man doch nicht im Wasser verbringen.
Obwohl die Unterwasserwelt dazu verleiten würde: Stachel-rochen schweben über dem Sand-boden, Oktopusse pulsieren sich sich zwischen Felsspalten und die Fische sind nicht nur zahlreich und vielfarbig, sondern auch sehr groß. Eindeutig Nummer eins in der Gegend sind die Riffhaie, die mich neugierig umkreisen. Alle Einheimischen haben gesagt, dass die etwa zweieinhalb Meter lan-gen Spitzflosser ungefährlich sind, also rede ich mir das auch ein und schnorchle furchtlos vor-an. Und offensichtlich wissen auch die Raubfische, dass Klosterneuburger nicht so gut schmecken, sie ziehen grusslos davon.
Wenn wir am späten Nachmittag von dieser Bucht die 70 km nach Exmouth zurückfahren - ein Katzensprung in australischen Dimensionen - erleben wir stets die lokale Fauna in vollen Zügen, so vielfältig wie nie zuvor im Lande: neugierige Emus, prächtige australische Trappen, diverse grosse Eidechsen, einmal gibt sich ein seltenes Echidna (der Ameisenigel) die Ehre am Straßenrand und gezählte 337 Känguruhs und Wallabies posieren - leider hüpft Nummer fünzig genau unter unser Auto. Die Adler freuen sich über die leichte Beute.
Nachdem an der Ostküste jeg-liche Kontaktaufnahme mit der Meereswelt ziemlich fehlge-schlagen hat, und ein Plausch mit den Krokodilen des Nordens unser Begehr nicht war, hoffen wir hier auf mehr Glück. Doch es soll nicht sein: Gerade erst ist das offizielle Whalewatching beendet worden, da hilft es nicht viel, wenn uns ein braungebrannter Fischermann versichert, dass Buckelwale erst gestern neben seinem Boot gespielt haben. Denn wo, bitte sehr, nehmen wir das Boot her?
Auch die Saison der majestä-tischen Mantas ist hier vorbei, die Riesenrochen haben sich jüngst auf andere Küstengebiete verlegt!
Nicht verzagen, in der Nacht auf die Lauer legen, lautet die Ant-wort: Denn ab November kom-men die riesigen Meeresschild-kröten bei Dunkelheit und nur bei Flut an den Strand und legen ihre Eier ab, verspricht die Touristen-information. Wir erwischen die ideale Kombination von Vollmond und Flut knapp nach der Dämmerung und ziehen mit zwei neugierigen Kindern, warmer Kleidung und Proviant an den Strand. Tatsächlich werden wir rasch fündig und beobachten, wie sich der gepanzerte Koloss, um einiges grösser als unser Dario Richtung Sanddünen be-müht. Unter wildem Schnaufen und mit dem Geräusch reibenden Leders hebt sie mit den flos-senartigen Vorderbeinen eine Laichgrube aus. So fasziniert Dario und Chiara vom Anblick auch sind, bei den langwierigen Grabungen entschlummern sie auf der Picknickdecke. Weit mehr als eine Stunde ist vergangen, wir erwarten gespannt den Moment der Eiablage. Da dreht sich die werdende Mutter um und wandert unverrichteter Dinge ins Meer zurück. Enttäuschung, dann ein letzter Höhepunkt: Die Riesen-schildkröte passiert unsere schlummernden Kleinen in weni-ger als einem Meter Distanz. Doch die merken nichts, sind weit im Land der Träume.
So nebenbei pflegen wir auch die Sozialkontakte und werden von einem Austro-australischen Pär-chen eingeladen. Wie hier so üblich, heisst das "B.Y.O.", alles selber mitbringen. Die Gastgeber stellen Geschirr und Grill zur Verfügung, Bier ist sowieso in jedem Haushalt reichlich vor-handen. Wir bringen Grillfleisch und Soft Drinks, andere Gäste steuern einen Korb voller grosser, frisch gefangener Krabben bei. Die hätte ich im Restaurant nie bestellt, den wie isst man diese Tierchen? Und vor allem: Was davon isst man? Ich erhalte eine interessante Lehrstunde und beschliesse, in Restaurants auf Krabben zu verzichten.
Nach einigen Tagen am baum-losen Campingsplatz von Ex-mouth kann auch der Dauer-besuch neugieriger Emus uns nicht mehr über den fehlenden Schatten hinwegtrösten und die Distanz zu guten Stränden ist uns Europäern auch nach einem halben Jahr in Down Under einfach zu weit.
Ausserdem soll die am Südrand des Ningaloo Riffs gelegene Coral Bay der schönste Strand von Australien sein, mit den besten Tauchmöglichkeiten und über-haupt einfach toll. Das sagen die Australier von fast allen Stränden ihres Landes.
Coral Bay, Ende November 1999
Wenn sich der Vater tagelang in den Tiefen des Meeres vergnügt, dann muss eben jemand anderer dafür sorgen, das etwas zum Essen auf den Tisch kommt. Wir waren nicht erstaunt, dass unser Sohn laut johlend über den Campingplatz rennt. Umso mehr verblüffte uns der Grund für die aktuelle Erregung: Nach monate-langen, vor den Eltern be-lächelten Angelversuchen hat er endlich ein Erfolgserlebnis! Ein wirklich schöner, ziemlich großer und gar nicht giftiger Papagai-fisch hat unvorsichtigerweise bei seiner Handangel angebissen.
Unvorsichtig vor allem, weil nun wir binnenländische Eltern vor einem ernsten Problem stehen: Was tun mit diesem rüde aus seinem Element gefischten Exemplar voller Schuppen und
Flossen? In solcher Situation ler-nen wir die Camping-Kame-radschaft bzw. die grundsätzliche Hilfsbereitschaft der Aussies be-sonders schätzen. Der Vater des Nachbarbuben reduziert den Fisch zu vier Filets, die uns so gut schmecken, wie noch kein Fisch zuvor!
Nach vier Tagen Kurs und eben-sovielen mit tollen Korallen, Schildkröten, grossen Rochen und noch ein paar Haien gar-nierten Tauchgängen am Nin-galoo-Riff bin ich endlich ein ge-prüfter Tiefseeplantscher und darf mich selbständig versenken.
Weitere submarine Aktivitäten verhindert aber die stetige steife Brise, die Windsurfer zum Jubeln, Tauchboote nicht ans äussere Riff und Sandstrandlieger zum Weinen bringt. Da sich die Wetterverhältnisse zwischen November und März nur mar-ginal ändern, und besonders die Kinder unter der Sandstrahlung leiden, beschliessen wir, Coral Bay nach weniger als einer Woche zu verlassen.
Im übrigen besteht dieser "tollste Strand Australiens" aus einer wirklich schönen Sandbucht - statt malerischen Palmen säumt vertrocknetes Buschland auf den weissen Dünen die Idylle - und das Riff liegt vor der Haustür. Ernüchternd wirkt die Infra-struktur: zwei Campingplätze, ein überteuerter Supermarkt, ein Hotel mit angeschlossenem Backpacker-Hostel und eine nette kleine Tauchschule. That's it!
In Westaustralien gehen die Uhren anders und der Tou-risteninflux lässt sich - Gott sei Dank - nicht mit den Urlauber-horden in Queensland ver-gleichen!
Peter Giovannini
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