Traveller Club Austria

ERLEBNIS MALI, AUF DREI RÄDERN DURCH DIE WÜSTE

Rubriken: Tipp - Reiseziele: Mali

Der in der Sahelzone gelegene westafrikanische Staat verfügt
über eine Gesamtfläche von 1,240.192 km2 und ist damit
ungefähr fünfzehnmal so groß wie Österreich. Der Großteil
der etwa 10,135.000 Einwohner lebt allerdings vorwiegend in dem
fruchtbaren Gebiet rund um den Fluß NIGER, den man als die
Lebensader des Landes bezeichnen kann. Das sogenannte
Nigerbinnendelta eignet sich nach der Regenzeit als Reis- und
Gemüseanbaugebiet und ist somit für die Versorgung der
Bevölkerung von großer Bedeutung. Ein weiterer großer Teil des
malinesischen Volkes lebt im grünen und fruchtbaren Süden des
Landes. Nur das wüstenhafte Gebiet nördlich des Niger-Flusses
(zwischen Algerien und Mauretanien) ist sehr dünn besiedelt,
hier leben vorwiegend nomadisierende Tuareg.

Der Lebensnerv des Landes, der Fluß NIGER, nimmt seinen
Ursprung in den regenreichen Bergen GUINEAS, durchfließt in
einem gewaltigen Bogen die Länder MALI, NIGER, BENIN (DAHOMEY)
und NIGERIA, wo sich die Wasser in den Golf von Guinea ergießen.

Geschichtlich gesehen erlebte das Land um 1100 einen
Höhepunkt, als am oberen Niger das Großreich Mali entstand, das
sich bis ins 14. Jh. weit nach Norden und Osten ausgedehnt hat.
Seinen ehemals immensen Reichtum verdankte das Land dem Salz- und
Goldhandel. Nach dem Zerfall des Reichs im 15. Jh. ging die Macht
in diesem Gebiet zunächst an das Songhay-Reich über und im 17.
Jh. beherrschten Marokkaner und Nomadenstämme dieses
Territorium. Den ständigen Kämpfen in dieser Gegend machten die
Franzosen ein Ende, als sie 1883 in der heutigen Hauptstadt
Bamako ein Fort errichteten und bis 1900 das ganze Gebiet am
Senegal und Niger unterwarfen. Als Französisch-Sudan wurde Mali
1904 ein Teil Französisch-Westafrikas und 1958 erhielt die
französische Kolonie die innere Autonomie innerhalb der
Französischen Gemeinschaft. Diese schloß sich im April 1959 mit
der Republik Senegal sowie vorübergehend auch Benin (Dahomey)
und Burkina Faso (Obervolta) zur "Mali-Föderation"
zusammen.

Als die Föderation am 22.8.1960 zerfiel, nahm die Republik
Sudan am 26.9.1960 den Namen Mali an. Die offizielle
Landessprache ist Französisch, weiters sprechen 40% der
Bevölkerung Bambara, außerdem wird Songhai-Jerma, Manding,
Soninké, Arabisch und Ful gesprochen. Rund 90% der Einwohner
sind Moslems, nur knapp 1% bekennen sich zum Christentum und
ferner gibt es Anhänger von Naturreligionen. Die Bevölkerung
setzt sich aus 32% Bambara, 14% Fulbe, 12% Senouffo, 9% Soninké,
7% Songhai, 7% Tuareg und 6% Malinké zusammen. Der Anteil an
absoluter Armut beträgt etwa 55% und die Lebenserwartung liegt
im Durchschnitt bei 46 Jahren, während der Anteil an
Analphabeten mit 68 % immer noch erschreckend hoch liegt.

Erreicht haben wir Mali mit der Air France via Paris. Die
Lebenshaltungskosten in Mali sind unterschiedlich. Ein
Hotelzimmer (mit Klimaanlage) in Bamako oder einer anderen
großen Stadt muß zwischen öS 200 - 400 (pro Nacht und DZ)
gerechnet werden. Unterwegs wird oftmals in einfachen Herbergen
(öS 20 - 70 pro Person) genächtigt, ein (mitgebrachtes) Zelt
erweist sich manchmal als sehr nützlich (Wüstenaufenthalte und
im Dogon-Land). Teuer ist Trinkwasser (Plastikflaschen zu 1,5 l),
kostet es doch zwischen öS 12 und 18. Fruchtsäfte oder Cola und
Fanta sowie gutes Bier sind ebenso wie landesübliche Mahlzeiten
im ganzen Land preisgünstig erhältlich.

Währung ist der CFA (Franc de la Communauté Financière
Africaine) und 100 CFA sind ungefähr öS 2. Es empfiehlt sich,
für den Geldwechsel französische Franc mitzunehmen (am besten
in Bamako wechseln - es gibt keinen Schwarzkurs). Impfungen:
Gelbfieber obligatorisch, Malariaprophylaxe unbedingt ratsam!

Wie schon erwähnt, haben wir unsere Tour in der Hauptstadt
BAMAKO (übersetzt: Krokodiltümpel) gestartet und haben nach
abenteuerlicher Wüstenfahrt TIMBOUCTOU erreicht, dessen in
manchem Ohr klingender Name heutzutage schon viel an Bedeutung
verloren hat. Früher war die Stadt Umschlagplatz für die
Salzkarawanen aus dem Norden und die Salzplatten wurden mit
Schiffen auf dem Niger-Fluß weitertransportiert. Mittlerweile
jedoch hat der Fluß seinen Lauf geändert - Timbouctou liegt
heute etwa 40 Kilometer (!) vom Ufer entfernt. Der ehemals
wichtige Wüstenort verfällt also teilweise und die Bevölkerung
wandert langsam ab.

Wir sind nördlich des Flusses weiter bis GAO, dem
östlichsten Punkt unserer Reise gefahren. Die Stadt war einst
Residenz der Songhay-Könige. Sehr interessant ist der am
Flußufer gelegene Markt, weiters bietet sich die Möglichkeit,
mit einer Pinasse (motorisiertes Boot) auf die andere Seite des
Flusses zu fahren und die "Dune rose" zu besteigen, die
rosa Dünen, die ob ihrer Färbung so genannt werden. Die
feinsandige Düne befindet sich gleich am Niger-Ufer und vom
"Gipfel" bietet sich ein großartiger Ausblick auf Gao
und die Umgebung. Ebenfalls schönen Rundblick genießt der
Besucher von der Spitze der Grabstätte der ASKIA, einer
Herrscherdynastie aus dem 14. Jh. Die von Holzstämmen
durchsetzte Lehmpyramide ist von einer Moschee umgeben, in deren
dunklen Gängen hunderte Fledermäuse leben. Diese Grabstätte
gilt als einzigartig im gesamten Sahel-Sudan.

Unsere Fahrt geht dann weiter in den Süden (mit Fähre über
den Fluß), wobei der Ort HOMBORI einen willkommenen Zwischenstop
bietet. Zeugenberge von grandiosen Ausmaßen dominieren die
Landschaft und laden zu Trekkingtouren ein. Auch Klettertouren in
den Steilwänden sind auf Wunsch möglich. Ein weiterer wichtiger
Besichtigungspunkt auf unserer Reise ist das Dogon-Land, das wir
von SEVARÉ aus in östlicher Richtung erreichen. Die
"Falaise de Bandiagara" wird eine Felsstufe genannt,
die sich über eine Länge von etwa 200 km in einer Höhe
zwischen 150 und 250 m in Form einer Steilwand erstreckt. Am
Fuße dieser Wand hat das Volk der DOGON, ein altnigritisches
Bauernvolk, auf der Flucht vor marokkanischen Invasionshorden
Zuflucht und Schutz gefunden. Ihre Lehmhäuser und -speicher
schmiegen sich optimal in die Landschaft ein und sind für
Touristen heute Anziehungspunkt und "Muß" jeder
Mali-Reise. Die Dogon huldigen zum größten Teil dem Animismus
und Maskentänze bilden einen wichtigen Bestandteil dieses
Kultes. Wir sind insgesamt fünf Tage entlang der Falaise durch
das Dogon-Land gewandert und haben dabei einige reizende und
interessante Ortschaften besichtigt. Trekking-Touren müssen vor
Ort ausgehandelt werden (am besten in SANGHA - von da werden die
meisten Touren gestartet).

Unser nächstes Ziel ist MOPTI, ein 78.000
Menschen-Marktflecken, der am Ufer des Bani liegt, eines
Nebenflusses des Niger. Die gewaltige Lehmmoschee und der bunte
Markt sowie nette Restaurants in Ufernähe laden zum Verweilen
ein. Das gewichtigste Beispiel sudanesischer Lehmarchitektur
befindet sich allerdings innerhalb des Nigerbinnendeltas - die
Moschee von DJENNÉ. Mittlerweile wurde dieses gewaltige Bauwerk
von der UNESCO zum Weltkulturerbe erklärt und es ist
Nichtmoslems strikt verboten, die Moschee zu betreten. Der
südlichste Ort unserer Reise war das eher laute, von Abgasen und
Rauchschwaden durchzogene SIKASSO. Sehenswert sind die außerhalb
der Stadt befindlichen Höhlen von MISSIRIKORO.

Wir sind insgesamt 3000 km durch das Land gefahren und haben
auch die Probleme des Autofahrens in diesem Land intensiv
studiert (siehe nachfolgenden Bericht). Dennoch war die
beschriebene Strecke ohne Zeitdruck in vier Wochen zu
bewältigen.

-Dieter Vizvary-

 

AUF DREI RÄDERN DURCH DIE WÜSTE

Abenteuer sind ja was Tolles und am besten lassen
sie sich wohl vom Fernsehsessel aus erleben, vor allem, wenn man
sich nach dem Genuß derselben (frisch von der Mattscheibe
geliefert), wohlig erschauert zurücklehnen kann; wissend, daß
man selbst nie richtig in Gefahr gekommen ist und man trotzdem an
gefährlichen Situationen teilgenommen hat. Und die meisten von
uns haben auch schon irgendwann davon "geträumt", in
der Wüste steckengeblieben zu sein - vielleicht ohne Wasser und
ohne Chance, aus der Misere bald wieder heil herauszukommen. Na
ja, so arg hat's uns zum Glück nicht erwischt, aber ein bißchen
Abenteuer war's doch, das wir da inhalieren durften unter der
heißen afrikanischen Sonne von Mali.

Wir, das sind vier nicht gerade unerfahrene Traveller und
trotzdem sind uns gravierende Fehler passiert, als wir in der
Hauptstadt BAMAKO den Wagen (einen Nissan Patrol) samt Fahrer und
Führer übernommen haben. Wir hätten wohl doch das bereits
angegriffene Reifenmaterial einer näheren Betrachtung
unterziehen sollen. Und so ist eben eingetroffen, was nicht
unvermeidbar schien. Die erste Panne stellt sich schon kurz nach
der Fahrt aus Bamako in Richtung Norden ein. Eine dicke Schraube
durchstößt Pneu und Schlauch (wofür aber maximal die
malinesische Straßenverwaltung haftbar zu machen wäre). Die
Reparatur am Straßenrand ist eine Lappalie gegen das, was uns in
der Folge erwarten wird. Noch befinden wir uns ja auf der
Asphaltstraße und durchfahren bewohntes Gebiet. Die Fahrt geht
über SEGOU weiter in nördlicher Richtung - lange Zeit entlang
eines Dammes, der Nigerwasser für Reisanbauprojekte staut. Das
Asphaltband hat sich längst verabschiedet und wir bewegen uns
nun abwechselnd auf Sand- und Wellblechpiste. Der
"Straßen"zustand wird nicht besser - im Gegenteil.
Irgendwo unterwegs dirigiert unser Driver das Fahrzeug durch ein
Schlammloch, in dem das Gefährt natürlich steckenbleibt. Hier
bemerken wir zum ersten Mal, daß wüstengemäße
Ausrüstungsgegenstände, wie Sandblech und zumindest eine
Schaufel ungemein wichtig gewesen wären. Also bedarf es eines
nicht geringen Aufwandes unsererseits (sprich Einsatz von
Muskelschmalz kombiniert mit Erfindungsreichtum), um das Vehikel
wieder flott zu kriegen. Es gelingt, aber die rote Lateritpiste,
die wir dann befahren, ist hart und steinig und nicht zur
Erholung geeignet.

Unser heutiges Tagesziel ist der Ort Nampala, hart an der
mauretanischen Grenze gelegen, wo wir nicht eben in
überschwenglicher Gastfreundschaft empfangen werden.
Augenfällig ist hier die das Straßenbild prägende starke
Militärpräsenz. Bloß neugierig sind die Menschen in diesem
Ort, sorgt doch unser Erscheinen für Abwechslung im eintönigen
Tagesablauf der Einheimischen. Die Weiterfahrt am nächsten Tag
verläuft zunächst ohne Pannen und wir durchfahren ein von
schwierigen Sandpisten durchsetztes Savannengebiet. Ein malerisch
schöner Markt mit rustikalen Marktstandln erwartet uns in LERÉ
und wir schaffen es noch mit knapper Müh' bis nach NIAFUNKE zu
kommen, einen größeren Ort, um dort wieder einmal einen
löchrigen Schlauchreifen generalüberholen zu lassen. Kaum ist
dies geschehen, zeigt sich der zweite Pneu auf der rechten Seite
des Wagens in luftleerem Zustand. Wir vermuten stark, daß
"man" vergessen hat, die zuvor erwähnte Schraube aus
der Karkasse zu entfernen und diese hat sich nach der Montage des
Reservereifens wieder in den Schlauch gebohrt. In Niafunke also
vergeuden wir demnach den halben Tag mit Reifenreparatur und
nachdem unser Gefährt gleich neben einer Schule geparkt ist,
sind wir bald von Horden neugieriger Kinder umzingelt.

Ein zufällig des Weges kommender Texaner, der in Mali arbeitet
und auf Regierungswunsch Fernsehantennen(!) aufstellt, läßt uns
wissen, daß er auf zwei lebenswichtige Dinge in diesem Land
übergroßen Wert legt, als da sind: kühles Bier, das er immer
mitführt (in der Kühlbox) und mehrere (neue) Reservereifen.
Schwacher Trost für uns, auch das mit dem Bier... Irgendwann ist
dann einer der Reifen wieder in Ordnung und wir können
weiterfahren. Einige Kilometer außerhalb des Ortes, auf dem Weg
nach TONKA, macht dann ein lauter Knall alle unsere Hoffnungen,
diesen Wüstenort heute noch zu erreichen, zunichte.
Glücklicherweise kommt kurz nach dem Vorfall ein Fahrzeug der
UNESCO vorbei, das unseren Fahrer samt beschädigtem Reifen nach
Tonka mitnimmt, wo der Reifen wieder einmal repariert werden
soll. Uns und unserem Führer Salif hingegen steht eine Nacht in
der Wüste bevor. Romantik am Lagerfeuer ist ja auch was
Schönes, wenn auch Salif dem nichts Positives abgewinnen kann.
Schließlich streifen durch das Land nördlich des Nigerflusses
immer noch marodierende Tuareg, die gegen die Regierung
konspirieren, klärt er uns auf. Eine Folge langjähriger
Unterdrückung und Nichtanerkennung des stolzen Wüstenvolkes sei
dies, das ebenso wie viele andere Volksgruppen eine Minderheit in
Mali darstellt. Nichtsdestotrotz überleben wir diese Nacht
unbeschädigt, wenn ich auch der Meinung bin, daß Salif kein
Auge zugetan hat. Am späteren Morgen stößt dann wieder unser
Chauffeur zu uns, den reparierten Reifen hat er die etwa 15 km
vor sich hergerollt. Auf der sandigen Piste war dies wohl eine
"Strafverschärfung"... Er hatte das Pech, kein
Fahrzeug zu finden, das ihn hätte mitnehmen können.

Nach erfolgreicher Montage des verhexten Reifens steht der
Geländewagen wieder auf allen Vieren und bald darauf erreichen
wir TONKA, wo wir wieder den ganzen Tag mit der Reparatur der
Reifenschläuche beschäftigt sind. Wir haben scheinbar einen
WIFI-Lehrgang "Reifenservice in Entwicklungsländern"
gebucht! Immerhin lernen wir die kunstvollen Methoden der
einheimischen Reifenschuster kennen, praktisch ohne brauchbare
Werkzeuge und Materialien die Reifen wieder luftdicht zu machen.

Am späten Nachmittag starten wir dann nach GOUNDAM, einem
größeren Ort, nicht mehr weit von TIMBOUCTOU entfernt, so weiß
es unsere Landkarte. Allerdings sind Distanz und Zeit zwei
verschiedene Faktoren: Und auf dieser Strecke passiert dann das
schier Unglaubliche. Wir müssen auf der (einspurigen) Piste
einem entgegenkommenden Fahrzeug ausweichen, was zur Folge hat,
daß beim Rangiervorgang der rechte vordere Reifen wieder einmal
seine Seele aushaucht. Ist ja nicht weiter schlimm, wir haben ja
noch unseren Reservereifen. Doch einige hundert Meter weiter
beraubt uns ein dumpfer Knall mit dazugehörigem Pfhhh- Geräusch
jeglicher Illusionen, wie wir den Rest des heutigen Tages
beschließen könnten. Betreten schauen sich Salif und unser
Fahrer in die Augen. Der steigt nicht einmal mehr aus, sondern
fährt langsam weiter - welche Alternative würde sich auch sonst
anbieten? Also hoppeln wir mit rasanten 10 km/h durch den
Wüstensand. Wir versuchen indes auszurechnen, zu welcher Zeit
wir Goundam erreichen würden, wenn wir dieses Tempo beibehalten
- wäre nicht einmal so schlimm! Leider spielt der ohnehin stark
ramponierte Pneu nicht mehr mit. Nach vielleicht weiteren 20
Kilometern Fahrt (?!) beginnt sich dieser nämlich in seine
Bestandteile aufzulösen. Ein sich lösender Gummiteil schlägt
alsbald permanent gegen den Radkasten, zudem erweckt beim
uneingeweihten Zuschauer unsere Art, sich fortzubewegen, von
weitem den Eindruck, als würde sich eine Riesenschildkröte
durch den Sand schaufeln, auf der Suche nach einem geeigneten
Ablageplatz für ihre Eier.

Unser Fahrer steigt aus, betrachtet den Reifen, als hätte dieser
soeben seine gesamte Familie getötet und ist mit seiner Weisheit
am Ende. Die scharfe Klinge meines Überlebensmesser beendet dann
den bisherigen tragischen Kampf um die Wiederbelebung eines
afrikanischen Reifens endgültig. Ein großer Teil des
Reifenrestes wird einfach abgeschnitten, wobei die in die
Karkasse eingearbeiteten Stahldrähte, die es zu durchtrennen
gilt, ein mittleres Problem darstellen. WIFI-Kurs, zweiter Teil:
"Das Vernichten eines alten Autoreifens in der afrikanischen
Steppe ohne geeignete Hilfsmittel". Auch das schaffen wir
– mit Bravour und etwas verzweifelten Gefühlen, was unsere
weitere Reiseplanung betrifft.

Mittlerweile breitet die einbrechende Dunkelheit ihren samtenen
Mantel über die Wüste und es wird immer schwieriger, den Weg zu
finden. Und irgendwann bleibt dann unser Vehikel in tiefem Sand
stecken, die rechte vordere Felge nackt und "gummilos".
Der Fahrer steigt aus und läßt sich in den Sand fallen. Aus,
vorbei, verzweifelt und total fertig. Salif, unser Guide
beschließt nach Rücksprache, daß der Fahrer beim Fahrzeug
bleibt, während er mit uns in den etwa 5 km entfernten Ort
Goundam wandert. Wir nehmen nur die wichtigsten Dinge (Kameras
etc. ) mit uns. Wenigstens ist's um diese Zeit nicht mehr so
heiß! Tja, die weitere Geschichte ist schnell erzählt, Goundam
haben wir dann bald erreicht, wo wir in der dortigen Station
"Medicines du monde" unterkommen. Am Tag darauf wird
das Fahrzeug hierher geschleppt, und ein funkelnagelneuer(!)
Schlauch schafft endlich Voraussetzungen für die Weiterfahrt
nach Timbouctou. Dort schaffen es unsere Burschen sogar, (nach
langer Intervention) einen guten Pneu zu bekommen, wodurch
unserer Weiterreise durch Mali (Gao, Hombori, Mopti, Falaise de
Bandiagara mit Dogon-Land, Djenné, San und Sikasso) nichts mehr
im Wege steht.

Reifenprobleme haben wir in der Folge nicht mehr, lediglich ein
kaputter Kraftstoffilter sorgt einmal für einen unfreiwilligen
Stop. Erwähnt sollte vielleicht noch sein, daß unser Gefährt
auf der Rückfahrt ungefähr 40 km vor der Hauptstadt Bamako
endgültig seinen Geist aufgegeben hat, was aber keine
wesentliche Auswirkung mehr auf den Gesamtverlauf der Reise
hatte. Zusammenfassend könnte man deshalb sagen: "Wenn
einer eine Reise tut, dann kann er was erzählen"

meint Euer Dieter Vizvary

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Friday, 09. January 2009

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