Auf den Touristenpafen und ein wenig abseits davon
Kambodscha 2005
DANGER! – MINES!
Das ist aber sicher nicht das einzige Bild von Kambodscha. Sonst würde es wohl kaum jemand besuchen. Schade drum es gibt da noch etwas mehr.
Nach Kambodscha kann man vielfach einreisen. Über Thailand, Vietnam, Laos und über den schmalen Küstenstreifen. Tut man´s von Laos aus, dann war man wohl auf den 4tausend Inseln – oder wenigstens einer davon. Dann hat man den Mekong überquert und die Grenzformalitäten der Kambodschaner abgeschlossen. Da beginnt´s aber erst. Die Straße ist noch unbefahrbar, auch wenn sich das ändern soll, jetzt ist eine Bootsfahrt angesagt. Slowboats gibt es gerade keines. Also bleibt nur eines der Speedboats übrig.
Reisewarnung der USA:
Don´t spend holiday in Iraq
Don´t use Speedboat in Cambodia
Aber was soll´s, es gibt keine Alternative. Mit ohrenbetäubendem Lärm und Höchstgeschwindigkeit durch die natürlichen Barrieren des Mekong. Eng zusammengepfercht, die Beine angewinkelt, die Tortur muss man ertragen. Rund eineinhalb Stunden lang. Dann ist man am A… der Welt – Strung Trenk. Von hier kann man in den Nordosten des Landes. Das macht aber kaum jemand. Fehlende Infrastruktur, kaputte Straßen, …
Also ab zu den Geschäftsmännern der Ortschaft, ein Gasthaus am Pier. Dort kann man dann auch gleich ein Privatauto bis Phnom Peng mieten. $ 20 pro Auto, zu viert über 7 Stunden um 5 Dollar pro Person. Da braucht man nicht auf den Bus am nächsten Tag warten – gebucht. Dafür steigt man auf der Stecke einmal um, wieder in ein Privatauto. Die haben sich die Stecke offensichtlich geteilt – den Profit auch. Ein Bündel Geldscheine wechselt den Besitzer - $ 1 entspricht immerhin 4000 Riel. In der Dunkelheit kommen wir endlich an. Das Guesthause aus dem Lonley Planet kennt er nicht. Auch gut, das andere ist auch ok. Hat nebenbei auch ein Restaurant und eine Reisebüro. Am nächsten Tag dann gleich zu den Killing Fields. Eine Stätte, auf der die Roten Khmer und Pol Pot unter der geistigen Elite des Landes gewütet haben. Unzählige Schädel in der Gedenkhalle. Gruben, die an die Verscharrung der Toten erinnern. Ein Ort der Besinnung. Haben doch die Roten Khmer die Menschen aus der Stadt auf Land getrieben. Arbeitseinsatz auf den Feldern. Nahrung, das offensichtlich einzige das die Menschen brauchen. Wer nicht spurte, wurde im SO21 eingesperrt und gefoltert. Das SO21, Genozidmuseum heute, zeigt die Unterbringung und an Hand von Schautafeln auch die Foltermethoden der Roten Khmer. Speibsackerl muss man selbst mitbringen.
Natürlich gibt auch einen Königspalast zu besichtigen. Ein paar Tempel gibt’s auch. Sonst kann man in der zwischenzeitlich wieder besiedelten Stadt eintauchen. Der Verkehr hat an Dichte Weltruhm verdient. Da geht’s um Zentimeter – oft fehlen sie, da hilft nur eine Notbremsung.
Strandpromenade am Mekong, Nachtleben, … Man braucht auch nicht zu Fuß zu gehen, Motortaxis überall. Da nimmt man auch spät nächtens auf einem Mofa Platz und lässt sich um 2000 Riel durch die Gegend fahren. Außer diesen Dingen gibt’s in Phnom Peng nicht viel zu sehen. Also haben wir, 2 Iren, 1 Australier, 1 Schwede und ich die Idee geboren. Motorräder auszuborgen und an die Küste und in die Berge zu fahren. Gesagt, getan. Jetzt gibt’s kein Zurück mehr, die Bikes sind gebucht. Etwas Bammel hab ich schon, der Verkehr in der Stadt ist schon für Fußgänger ein Stresspaket. Auf geht´s nach Kampot. Dort in der Nähe gibt es eine ehemalige Hill Station bestehend aus einem Casino, eine Kirche, einem Tempel und einem Hotel. Eine Geisterstadt, verlassen von allen. Auf der Straße geht´s dahin, immer der Nase nach. Mein Kompass zeigt nach Westsüdwest. Bei einem Stopp erkennen wir, wir fahren nach Sihanoukville. Auch gut, dort wollten wir als zweites hin. Also die Rundreise gegen den Uhrzeigersinn. Der Verkehr rollt, überholt wird auch, wenn ein paar Motorräder entgegenkommen. Das Recht des Stärkeren regiert hier auf der Straße. Abgebremst, ab in den Straßengraben.
Sihanoukville hat ein kleines Zentrum mit Hotels und Restaurant. Ein paar schmale Strände, verteilt in der Umgebung. Das Nachtleben dürfte einigen so zugesagt haben, dass an ein Weiterfahren am nächsten Tag nicht zu denken war. Also ein weiterer Tag in Sihanoukville. Auch der nächste Tag hat es in sich. Viel zu spät brechen wir auf nach Kampot und der Hill Station. Es ist schon spät, als wir zur Straßenkreuzung kommen. Kurz weiter, sind wir bei der Straße in den Bokor Nationalpark und der Geisterstadt. Geröllhalde wäre der richtigere Begriff. Steine über Steine, eine Herausforderung an jeden Biker. Endlos geht es bergauf. Dunkelheit ist bereits unserer Begleiter. Im Scheinwerferlicht geht es weiter. Endlich ist das einzige, bewirtschaftete Gebäude erreicht. Essen muss man aber selbst dabei haben. Zum Glück haben wir es vorher gewusst. Ein Baguette und eine Thunfischdose müssen als Abendbrot reichen. Nachtleben gibt es hier keines mehr, daher stehen wir alle zeitig auf. Nebenverhangen ziert sich die Geisterstadt. Keine Chance. So treten wir die Rückreise ohne Fotos der Hillstation an. Wieder auf der Geröllhalde – diesmal bergab. Endlich erreichen wir die Straße nach Kampot. Endlich Frühstück. Dann noch aufgetankt und ab nach Phnom Peng. Die Bikes müssen zurück, andere Kunden haben sie schon für den nächsten Tag gebucht. Je näher wir der Stadt kommen, desto verrückter wird der Verkehr. Im Zentrum geht’s wieder um Zentimeter – Notbremsungen inklusive.
Was kann man sich sonst noch in Kambodscha ansehen? – Ankor Wat natürlich. Also ab nach Sieam Riep. Die Straße dorthin ist in gutem Zustand. So erreichen wir bald die Stadt. Ab in ein Guesthouse. Gleich kann man auch einen Sonnenuntergang in Ankor Wat buchen. Gut dann also gleich los. Mit dem Mofataxi zum Hügel, dort zu Fuß oder mit Elefantenritt – unverschämt teuer rauf. Hier geht´s noch auf den Tempel um mit rund 1500 anderen den überfüllten Tempel für den Sonnenuntergang zu missbrauchen. Zurück in der Stadt gibt’s einige Lokale für die kulinarischen Genüsse. Am nächsten Tag geht’s dann mit dem Ticket vom Vortag zu den Tempeln der Eintagestour. Das sind auch wirklich genug für Otto Normalverbraucher. Es gibt eine Menge zu sehen und zu ersteigen. Die interessanten Dinge liegen im Groben und im Detail. Also aufgepasst und Zeit genommen. Es gibt genug davon.
Wer Ankor Wat in 3 Tagen erkunden will kann dies auch tun. Für Paare gibt es Mofataxi mit Anhänger. Fiakerfeeling kommt auf.
Wer genug hat, der kann entweder mit teurem Flug nach Bangkok ausreisen, oder mit dem Bus um $ 10. Die Straße schlägt aber wirklich alles. Der Bus auch. Den Plakaten mit schönen Bussen würde ich nicht mehr trauen. Die kaputtesten Busse fahren auf der kaputtesten Straße SO Asiens. Bis zur Grenze. Entgegen den Beteuerungen verlässt man hier den Bus zum Glück auf Nimmerwiedersehen. Über die Grenze geht’s zu Fuß. Die Fahrbahnseite wechselt von rechts nach links, der Fußgeher auch. In Thailand geht’s zum wieder auf zivilisierter Straße in zivilisierten Bussen weiter. Viel Spaß in Kambodscha.
Karte
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