Die Backpacker-Hostels si ...
Die Backpacker-Hostels sind mit A$ 15-30,— pro Bett (Küche, Barbecue, TV, oft Swimming-Pool, meist gemütliche Atmosphäre) für Einzelreisende oder Pärchen wohlfeil, für Familien kommt es als Dauerlösung zu teuer. Oft wird man auch mit kleinen Kindern nicht genommen (wenn der Pool z.B. nicht eingezäunt ist, dürfen sie laut Gesetz gar nicht.)
Campingplätze sind daher sehr empfehlenswert, setzen aber eigenes Auto und Zelt voraus. Dann kostet es für vier soviel wie ein Bett im Backpacker. Kocher und Geschirr braucht man eigenes, da sehr selten auf den Plätzen vorhanden. Immer vorhanden sind: BBQ, Waschmaschine, Trockner, Duschen. Fast immer Swimming-Pool, manchmal Spielplatz. Die Plätze sind meist weitläufig und attraktiv (kein Vergleich zu den meisten in Europa), oft in Nationalparks, manchmal idyllisch und sehr kinderfreundlich. Bei Schlechtwetter kann man in eine Cabin (containerartiger Bungalow mit Komfort) oder Wohnwagen ausweichen, dann kostet es allerdings wieder soviel wie im Backpacker.
Autokauf:
Im Nachhinein betrachtet würde ich auf Grund meiner Erfahrungen nur in Sydney ein Auto kaufen und verkaufen. Dort hat sich in einem Parkhaus im Stadtteil Kings Cross ein Markt für Traveller-Gebrauchtwagen etabliert. In Cairns gibt es das in winzigem Stil an der Esplanade. Darwin weiß ich nicht (eventuell), in allen andern Städten gibt es keine „Szene" dafür. Das Blackboard und die Zeitungsannonce reichen einfach nicht aus, um Angebot und Nachfrage zu synchronisieren. Vor allem der Verkauf ist nervenaufreibend und das Risiko groß, das Auto bis zum Abflug nicht loszuwerden. Dann kann man es aber auch nicht einfach stehen lassen, sondern hat zumindest die ganze Action mit der Abmeldung: Man muß die Kennzeichen dorthin zurückschicken, wo man den Wagen registrieren hat lassen.
Die Bürokratie: Drei Dinge sind wichtig beim Erwerb eines Fahrzeuges:
1. Registration: Plakette an der Scheibe, 12 Monate gültig, kann vom Vorbesitzer übernommen werden. Inkludiert ist darin eine „third-party-insurance", die bei vom Lenker verursachten Personenschäden haftet, aber keine allgemeine Haftpflicht wie bei uns. Für Registration und Kennzeichen ist das Verkehrsamt des jeweiligen Bundesstaates zuständig: also Queensland Transport, NSW Transport......
2. Roadworthy Certificate: eine technische Überprüfung, die aber nicht viel über den Gesamtzustand des Fahrzeuges aussagt. Es geht vor allem um die Straßensicherheit, also Bremsen, Lichter, Reifen, Frontscheibe, Spiegel, Rost. In jedem Bundesstaat gelten unterschiedliche Vorschriften !
3. Überprüfung, ob das Fahrzeug gestohlen oder mit Schulden belastet ist. Dafür gibt es in jedem Staat eine Telefonnummer, über die man gegen geringe Gebühr (mit Kreditkarte) Auskunft erhält.
Ein Fahrzeug im selben Bundesstaat auf einen neuen Besitzer registrieren zu lassen, ist überhaupt kein Problem und eine Sache von 10 Minuten, solange die Registration nicht abgelaufen ist. Man behält dasselbe Kennzeichen. Man braucht auch kein gültiges Roadworthy, sollte aber unbedingt darauf bestehen, weil es ein böses Erwachen geben kann, sobald die Registration abgelaufen ist und damit ein neues Roadworthy fällig wird.
Sehr kompliziert wird die Sache, wenn man das Auto in einem anderen Bundesstaat verkauft, oder das Auto, das man kaufen will, ein Kennzeichen von einem anderen Staat hat. Man braucht eine neue Registration, ein neues Roadworthy, auch wenn das alte noch gültig ist. Wegen oft völlig unterschiedlicher Gesetze kann viel beanstandet werden und vor allem: es dauert. Die alten Kennzeichen müssen zum „transport" in dem Staat zurückgeschickt werden, wo sie her sind, dazu braucht man das An/Abmeldeformular dieses Staates. Am besten, man nimmt gleich beim Anmelden ein Blankoformular für das spätere Abmelden mit, wie ich es getan habe. Hätte ich das Formular in Victoria erst von Queensland telefonisch oder schriftlich anfordern müssen, wäre der zeitgerechte Verkauf wahrscheinlich gescheitert.
Aufs Abmelden muß man unbedingt achten und es nicht blauäugig dem neuen Besitzer überlassen. Tut er es nämlich nicht, fährt der Wagen unter DEINEM Namen weiter, und DU haftest für alles, was passiert (keine Haftpflichtversicherung!) Über Name und Reisepaßnummer kannst Du auch ausfindig gemacht werden, wenn Du Australien längst verlassen hast.
Dennoch wählen viele Verkäufer diese Variante, wenn die Bürokratie zu mühsam wird und sie unter Zeitdruck stehen. Vor allem am Traveller-Markt werden solche „Geisterautos" angeboten, die schon x-mal (und unüberprüfbar) den Besitzer gewechselt haben ohne umgemeldet zu werden. Diese Autos sind billiger, befinden sich aber im Zustand der Illegalität und können auch nie mehr in die Legalität zurück gebracht werden. Klar, daß der technische Zustand nicht mehr überprüft wird. Ich kann von dem Risiko nur abraten. Dazu kommt, daß man den Wagen selbst schwer wieder los wird und bei einem Unfall oder Verkehrskontrolle (Fahrzeug wird konfisziert) ganz schön ins Schlamassel kommt.
Einheimische kommen als Käufer von Traveller-Autos kaum in Frage, weil sie ihnen mißtrauen. Als Verkäufer sind Einheimischenfahrzeuge oft seriöser, dafür gibt es beim Preis kaum Spielraum, weil sie es nicht eilig haben. Die Preise bei Gebrauchtwagenhändler sind wesentlich teurer als bei privaten Verkäufern, die Seriosität ist zu hinterfragen. Das Angebot der „Rück-kaufgarantie" kann zweifelhaft sein, weil beim Rückkauf dann viel bemängelt und damit der Preis gedrückt wird, so daß man angeblich sehr schlecht dabei aussteigt.
Allgemein ist zu Gebrauchtwagen zu sagen, daß diese in besserem Zustand als in Europa sind, da sie mangels Winter und Streusalz kaum Rostschäden aufweisen und auch sonst klimabedingt weniger verschleißen. Daher nicht vom Baujahr abschrecken lassen, das sagt gar nichts. Da es in Australien keinen Typenschein gibt, weiß man so gut wie nichts über die Vergangenheit des Fahrzeuges, die Zahl der Vorbesitzer etc. Die gefahrenen Kilometer lassen sich nicht wirklich feststellen, da die Zähler nur bis 100.000km gehen und kein Mensch zu sagen weiß, wie oft er überdreht wurde.
Sehr gut bedient ist man mit den robusten australischen Marken „Holden" und „Ford Falcon". Sie sind großräumige Station Wagon, die überall repariert werden können. Ebenfalls gut steht es mit allen gängigen Japanern. Meiden hingegen sollte man „Exoten", also europäische Marken. Über VW-Busse, die häufig als Traveller-Autos angeboten werden, sind die Meinungen geteilt: manche sagen, Ersatzteile sind schwer zu kriegen, andere meinen, kein Problem.
Filme:
Unbedingt mitbringen, vor allem Diafilme. Sie sind 4x so teuer wie bei uns oder z.B. in Hong Kong. Allgemein läßt die Qualität der Filmausarbeitung (auch bei Farbnegativen) sehr zu wünschen übrig.
Ausrüstung:
Uns ist aufgefallen, daß in Australien viel Ramsch und wenig Qualitätsware angeboten wird, Beispiele Wanderschuhe und Outdoor-Ausrüstung. Obwohl man meinen sollte, die Naturfreaks in Australien würden darauf Wert legen. Mir wurden in einem Ausrüstungsshop in Melbourne Trekkingsschuhe (Sonderangebot, made in China, öS 300,—) verkauft, die sich nach 1 Woche tatsächlich völlig (!) auflösten. Echte Markenartikel sind aber teuer und eben gar nicht so leicht aufzutreiben.
Viel billiger als bei uns ist jede Art von Sonnenschutz, die Preise werden nämlich staatlich gestützt, damit sich jeder ausreichend schützen kann.
Teuer ist das Rauchen, ebenso hochprozentige Alkoholika. Das ist sicher auf die Gesundheitspolitik (USA-orientiert) zurückzuführen.
Jobs:
Die Idee einer offiziellen Arbeitserlaubnis kann man getrost vergessen. Ich vermute, wenn man bei der Einreise auch nur in den Geruch kommt, eventuell arbeiten zu wollen, gibt’s Schwierigkeiten. Dennoch gibt es Jobmöglichkeiten: als Erntehelfer (z.B. Apfelernte in Tasmanien) oder Aushilfe in Pubs, Bars, Backpackers. Auch Schilehrer (Snowy Mountain) und Tauchlehrer sollen gefragt sein. Info-Börse sind die Blackboards in den Backpackers, Mundpropaganda und die kostenlosen Backpacker-Zeitungen, die in allen Hostels und Agencies aufliegen.
Ein anderer Tip ist WWOF: (willing workers on organic farms) Die Möglichkeit, auf biologisch bewirtschafteten Farmen gegen Kost und Quartier mitzuarbeiten. Voraussetzung ist die Mitgliedschaft bei der Organisation im Heimatland und die Adressliste des Ziellandes. Kontakt: WWOOF Österreich, Frau Hildegard Gottlieb, Langegg.155, 8511 St. Stefan ob Stainz, Tel/Fax: 03463-82270 (Mitgliedsbeitrag/Jahr ÖS 250,—)
Um Reisekosten zu sparen, gibt es auch die Möglichkeit, Mietautos und Wohnmobile „rückzuführen" (Z.B. bei Brits-Australia, eine unübersehbare Mietwagen-Organisation in ganz Australien). Wie so vieles in diesem Riesenland ist auch dies eine Frage von Zeit und Planung (und Glück...).
- M. & T. Pech -
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