Traveller Club Austria

Das Abenteuer beginnt in Indien!

Rubriken: Tipp - Reiseziele: Indien

Ausgangspunkt ist der Kurzbericht über meine schöne Weihnachtsreise nach Tamil Nadu in Südindien. Man faulenzt auf Traumstränden unter Palmen, besichtigt außergewöhnliche hinduistische Tempelanlagen und begegnet freundlichen Indern. Gratis erhält man eine Magendesinfektion mit jeder Curry-Mahlzeit und freut sich über das gut funktionierende Bahn-, Bus- und Bootstransportsystem in Äquatornähe. Ganz nebenbei kann man sehr preiswert wohnen: ein bequemes Doppelzimmer mit Bad kostet nur 70 ATS! Herrlich einfach zu reisen dort unten!

Leider werden die vielen positiven Reiseeindrücke von meinen Erlebnissen beim Heimflug überschattet. Als Lehrerin bin ich an die Hauptreisezeiten gebunden. Daher erfolgte die Flugbuchung nach Madras (Chen-nai) schon Anfang März und so hatte ich bereits Ende Juni mein Ticket mit den gewünschten Reisedaten in der Hand. Im September erfuhr ich von einer Flugplanänderung, Hin- und Rückflug verschoben sich um einen Tag nach hinten. Völlig "geknickt" informierte ich meine Direktorin vom Rückflug am 8.1. - Sie meinte, wir könnten das Problem intern regeln, also akzeptierte ich die neuen Flugdaten.

Die zwei wunderbaren Wochen im farbenfrohen Tamil Nadu neigen sich dem Ende entgegen. Am Tag vor der Abreise erkämpfe ich mir in Mahabalipuram einen letzten Sitzplatz im öffentlichen Bus, um nach Madras zu gelangen. Bisher waren Sitzplätze beim Einsteigen am Busbahnhof nie Mangelware gewesen. In diesem Trubel wechselt meine Uhr unauffällig das Handgelenk. "Die Heimreise fängt ja gut an ..." denke ich.

Die knapp-nach-mitternächtliche Schlange vor dem Sabena-Schalter ist schon lange, einen Sitzplatz nach Brüssel gibt es noch, der vom heimischen Reisebüro längst reservierte war schon lange anders vergeben... . Um 3 Uhr 10 sitzen alle Passagiere zum Abflug bereit im Flugzeug. Und warten. Zuerst heißt es, die Flughafenbehörde verzögere den Start, dann werden technische Probleme zugegeben. Schließlich starten wir doch: die rund 90 Minuten Verspätung lassen sich nicht mehr aufholen. Das Service an Bord erweist sich als mäßig, der Ruf nach dem auf langen Flügen so wichtigen Wasser verhallt ohne Reaktion... Das Essen an Bord ist nicht besonders appetitlich und was während der 14 Tagen Indien nicht passiert war, geschieht nun: ich bekomme am Brüsseler Flughafen Durchfall, wovon auch immer... "Die Heimreise ist diesmal ja besonders angenehm", denke ich sarkastisch.

Meinen morgendlichen An-schluss--flug versäumte ich wegen der Verspätung. Man vertröstet mich auf 14 Uhr 20 und gestattet mir am Sabena Serviceschalter ein Telefonat nach Wien. Doch die heimische Kurzrufnummer (zwecks Taxi-Umbuchung) führt nur ins Nirvana. In den folgenden Stunden gibt es einen Pendelverkehr zwischen Toilettemuschel und Sabena. Keine weiteren Telefonate heißt dort die Devise!

Der einzig wirklich nette Belgier am Flughafen ist ein Security-Mann, der mich auf meine Frage, wie ich ohne belgische Währung oder Kreditkarte nach Wien telefonieren könne. Er bringt mich in ein nahes Büro, ich kann die Verwandtschaft von der Verspätung unterrichten.

Schon wieder Neuigkeiten: Der Abflug verschiebt sich nach hinten, 14Uhr 40 lese ich auf der großen Tafel. Nun will ich aber doch eine Bestätigung der Verzögerungen, um den Schaden bei der Reisezusatzver-sicherung geltend zu machen. Diese bekomme ich von der Fluglinie nicht! Man drückt mir dafür einen Gutschein über 220 BF in die Hand - das reicht gerade für einen Käsesandwich und ein Mineralwasser. Toll- "freue" ich mich mit gezwungenem Lächeln... Der freundliche Uniformierte lässt mich nochmals daheim anrufen, ein Taxi werde zur rechten Zeit auf mich warten, erfahre ich von meiner Mutter.

Kurz vor dem Boarding, gegen 14 Uhr erfahre ich am Bildschirm, dass der Flug nach Wien überhaupt gestrichen wird. Mein "Jubel" wird grenzenlos... Die Servicestelle stellt ziemlich kommentarlos eine neue Bordkarte für 17 Uhr 20 aus und ich teilte in Wien mit, dass ich erst um 19 Uhr ankommen werde. Der Security-Mann zählt inzwischen zu meinen Freunden...

Der Eintritt in die Traveller Lounge am Flughafen wird mir mit der "einfachen" Qualiflyer-Karte trotz Hinweis auf die unzumutbar lange Wartezeit (bin bereits mehr als 15 Stunden unterwegs, ich will nur Zeitung lesen!) verwehrt - da könnte ja jeder kommen! Ich werde mit einen Gutschein für 80 BF abgespeist und kann die nächsten drei Stunden zwischen 0,25 l Orangensaft und 0,33 l Weißbier wählen. Da könnte ja jeder kommen - bis halt keiner mehr kommt...

Um 17 Uhr 20 geht es dann wirklich Richtung Wien los. Um 19 Uhr steht das Taxi in Schwechat bereit. Die Gesamtreisezeit zwischen Madras und Wien beträgt ca. 24 Stunden - indische Abenteuer habe ich mir anders vorgestellt!

G.K.

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Wednesday, 23. May 2012